Auswertung der Umfrage zum Thema

Gewalt und Mobbing unter den Schülerinnen und Schülern


  • 234 ausgewertete Fragebogen (130 Mittelstufe/ 104 Unterstufe)
  • Falls sich bei den Antworten auffällige Unterschiede zwischen Mädchen und Knaben oder zwischen Unter- und Mittelstufe ergaben, sind diese speziell erwähnt.
  • Bei den offenen Fragen wurden z. T. viele verschiedene Antworten gegeben. In der Auswertung werden nur die häufigsten Antworten aufgelistet.


selten / nie
manchmal
oft

Wie oft beobachtest du Gewalt und Mobbing unter den anderen Kindern?
(selten: Ust 49, Mst 33 / manchmal: Ust 41, Mst 80)

82
121
31

Wie oft wirst du selbst das Opfer von Gewalt und Mobbing?

166
60
8

Hast du Angst vor anderen Schülerinnen und Schülern?

142
88
4

Plagst du selbst andere Schülerinnen und Schüler?

168
60
6

Erzählst du es deinen Eltern, wenn du geplagt wirst?
(selten: Ust 8, Mst 28 / oft: Ust 65, Mst 47)

36
86
122

Erzählst du es deiner Lehrerin oder deinem Lehrer, wenn du geplagt wirst?
(selten: Ust 29, Mst 68 / oft: Ust 41, Mst 16)

97
80
57

 

Wieso gibt es überhaupt Gewalt und Mobbing?

- Ich weiss es nicht (34)

- Weil sich manche Kinder nicht ausstehen können (oder ähnliche Antwort) (25)

- Gewaltspirale: Jemand fängt an, und dann geht es immer weiter (20)

- Aus Spass; weil das manche Kinder lustig finden (10)

- Aus Neid und Eifersucht (10)

- Manche Kinder wollen das eben so und suchen den Streit (10)

- Weil es zuviele Ausländer hat (1)

 

Wie reagierst du, wenn du von anderen Kindern beleidigt, geschlagen
oder sonstwie geplagt wirst?

- Ich gehe fort; ich renne weg (46)

- Ich wehre mich; ich verteidige mich (physisch) (45) (Ust 8, Mst 37)

- Ich ignoriere die Täter; ich höre nicht zu; ich reagiere nicht (36)

- Ich werde aggressiv, (sehr) wütend, "gemein" (30) (Ust 7, Mst 23 / Md 8, Kn 22)

- Ich versuche, die Täter zu beruhigen; ich kläre mit Worten; ich bleibe ruhig (12)

- Ich sage den Tätern, sie sollten aufhören (12)

- Ich sage es meine Eltern (11)

- Ich sage es einer Lehrperson; ich hole eine Lehrperson (9)

- Ich gebe es mit Worten zurück; ich wehre mich mit Worten (9)

 

Wie geht es dir, wenn du von anderen Kindern beleidigt, geschlagen
oder sonstwie geplagt wirst?

- Ich fühle mich schlecht, unwohl, nicht so gut (99)

- Ich bin traurig, niedergeschlagen (34)

- Ich werde ärgerlich, aggressiv, wütend (26)

- Das macht mir nichts aus; ich fühle mich normal (10)

- Ich habe körperliche Schmerzen (8)

- Ich möchte am liebsten nicht mehr in die Schule kommen (2)

Hier gibt es viele Antworten, die nur von vereinzelten Kindern
gegeben wurden, u. a.:

Ich fühle mich verletzt / Ich fühle mich ausgeschlossen / Ich habe Angst

 

Wie fühlst du dich, wenn du selbst ein anderes Kind beleidigt, geschlagen oder geplagt hast?

- Ich fühle mich schlecht, unwohl, nicht gut (63)

- Ich habe Schuldgefühle; ich fühle mich schuldig; ich schäme mich (34)

- Das kommt auf die Situation an; es kommt darauf an, ob das Opfer es verdient (18)

- Ich tue das nicht (15)

- Ich fühle mich gemein; ich bin wütend auf mich, ich hasse mich (10)

- Ich bin erleichtert; ich habe (ein wenig) Freude daran (9)

- Es tut mir leid; ich bereue es; ich habe Mitleid mit dem Opfer (7)

- Ich fühle mich wie immer; ich fühle nichts Besonderes (6)

 

Wenn du an die anderen Kinder denkst: Wovor hast du da am meisten Angst?

- Davor, verprügelt (zusammengeschlagen) zu werden (68)

- Ich habe keine Angst (15)

- Vor den Grossen (10) (Ust 8, Mst 2)

- Davor, ausgeschlossen zu werden; davor, keine Freunde/innen mehr zu haben (8)

- Vor körperlichen Schmerzen oder Verletzungen (7)

- Davor, ausgelacht, gedemütigt oder beleidigt zu werden (7)

- Vor Drohungen (4)

 

Möchtest du mithelfen, etwas gegen Gewalt und Mobbing zu tun?

- Ja: 199 / Nein: 13 / Ich weiss es nicht: 4

 

Was kannst du selbst tun?

- Streitende trennen oder beruhigen; Streit schlichten; sich einmischen (42)

- Gegen Gewalt und Mobbing kann ich (als Einzelne/Einzelner) nichts tun (28)

- Selbst keine Gewalt ausüben; nicht streiten oder andere beleidigen (26)

- Eine Lehrperson rufen; es einer erwachsenen Person sagen (19)

- Sich heraushalten; die Täter ignorieren (17)

- Die Opfer schützen und verteidigen; ihnen helfen, sie trösten (14)

- Versuchen, die Täter zu beeinflussen; ihnen sagen, sie sollten aufhören; sie zu überzeugen versuchen (11)

 

Was sollte deiner Ansicht nach sonst noch getan werden?

- Ich weiss es nicht (26)

- Mehr oder bessere Pausenaufsicht (23)

- Alle müssen mithelfen und friedlich miteinander umgehen (17)

- Mit den Tätern oder ihren Eltern reden (10)

- Die Täter bestrafen; die Lehrpersonen müssen härter durchgreifen (10)

- Den Opfern helfen, sie schützen (6)

- Schülerrat, Schülersprecher (6)

- In den Klassen oder an einer Schülerkonferenz über das Thema sprechen (5)

 


Mögliche Ansatzpunkte zur Interpretation der Umfrage

 

Gewalt und Mobbing wird zwar von den SchülerInnen der Mittelstufe häufiger beobachtet als von den Kindern auf der Unterstufe; die SchülerInnen der beiden Stufen erleben sich selbst aber ähnlich häufig als Opfer von Gewalt und Mobbing.

Immerhin sehen sich nur wenige Kinder als häufiges Opfer von Gewalt und Mobbing. Eine grosse Mehrheit gibt an, nur selten das Opfer von Gewalt und Mobbing zu sein. Ähnlich fallen die Antworten bei der Frage aus, ob man vor andern Kindern Angst habe. - Grund zu Optimismus oder reine Beschönigung?

Unterstufen-SchülerInnen erzählen sowohl zuhause als auch in der Schule wesentlich häufiger von Gewalt und Mobbing als Mittelstufen-SchülerInnen.

Die SchülerInnen beider Stufen erzählen den Eltern sehr viel häufiger über Gewalt und Mobbing als den Lehrpersonen.

Ausländerfeindlichkeit kam in den Antworten kaum zum Ausdruck.

Mittelstufen-SchülerInnen verteidigen sich häufiger aktiv gegen Gewalt und Mobbing als Unterstufen-SchülerInnen.

Als Opfer von Gewalt und Mobbing reagieren Mittelstufen-SchülerInnen sehr viel häufiger aggressiv als die Kinder auf der Unterstufe. Ebenso reagieren Knaben aggressiver als Mädchen.

Sehr viele Kinder geben an, sie möchten etwas gegen Gewalt und Mobbing tun; bei den Fragen nach konkreten Massnahmen wussten aber doch viele Kinder keine Antwort.

 

Verantwortliche für die Umfrage:

Jürg Willi (Förderlehrer), die 15.30 Uhr-Gruppe (einige SchülerInnen) und das LehrerInnen-Team des Schulhauses Weihermatt

Juni 2003